Yoga: Wenn Tränen Teil der Praxis werden

    Maria Hutmacher
    Maria Hutmacher

    Fliessen bei Ihnen beim Yoga manchmal die Tränen? Das ist gar nicht so ungewöhnlich, wie Sie vielleicht denken.

    Yoga Weinen
    Beim Yoga weinen? Kein unbekanntes Phänomen. - Depositphotos

    Yoga ist weit mehr als nur eine körperliche Übung; es ist eine ganzheitliche Praxis, die Körper und Geist gleichermassen berührt.

    Durch die Verbindung von Atem, Bewegung und Meditation können tiefe emotionale Prozesse ausgelöst werden. Manchmal manifestieren sich diese Prozesse in Form von Tränen, die unerwartet während der Yogapraxis auftreten können.

    Tränen sind ganz normal

    Weinen beim Yoga ist ein Vorkommnis, das vielen Praktizierenden bekannt ist. Manchmal fliessen Tränen aus Trauer oder Frustration und manchmal scheint es keinen offensichtlichen Grund zu geben.

    Die Gründe können vielfältig sein – von physischem Schmerz bis hin zur emotionalen Freisetzung durch bestimmte Posen oder Atemtechniken.

    Die Vorstellung, dass Emotionen in unserem Körper gespeichert und durch Bewegung freigesetzt werden können, findet sich nicht nur im Yoga. Auch in der Psychologie ist das bekannt.

    Atmung als entscheidender Faktor

    Der renommierte Psychiater Bessel van der Kolk hat diese Theorie in seinem Buch «The Body Keeps the Score» dargelegt. Und dabei seine jahrzehntelange Erfahrung mit Trauma-Patienten genutzt.

    frau macht yoga
    Bestimmte Yoga-Posen können Emotionen freisetzen. - Depositphotos

    Auch wenn die genauen Mechanismen noch unklar sind: Forschungen deuten darauf hin, dass unsere Atmung eine entscheidende Rolle bei dem Prozess spielt.

    Max Strom, ein bekannter Atemlehrer und Autor, ist davon überzeugt, dass bestimmte Atemmuster uns dabei helfen können, unsere Emotionen freizusetzen.

    Was tun, wenn Tränen fliessen?

    Falls Sie also während einer Yogastunde anfangen zu weinen – keine Panik. Melissa Renzi, eine erfahrene Yoga-Lehrerin, rät dazu, die «drei C's»anzuwenden: Neugierde (Curiosity), Mitgefühl (Compassion) und Mut (Courage).

    mann macht yoga
    Kommen beim Yoga Emotionen und Traurigkeit auf, sollte das nicht unterdrückt werden. - Depositphotos

    Auch für Yoga-Lehrer kann es herausfordernd sein, mit weinenden Schülern umzugehen. Wichtig ist hierbei vor allem Einfühlungsvermögen und Geduld.

    Anstatt sofort einzugreifen, sollten Lehrer ihren Schülern zunächst Raum geben, ihre Emotionen auszuleben.

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